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IRR-Referenzliste

Durch den Einsatz von speziellen Infrarot-Kameras ist es möglich, die mit Kohle, Bleigriffel oder Tuschen und Tinten ausgeführten Vorzeichnungsdetails auf dem Malgrund eines Gemäldes sichtbar zu machen. Die Analyse der Unterzeichnung ermöglicht Rückschlüsse auf die technische Ausführung einerseits und die künstlerischen Ausdrucksmittel andererseits. Dadurch sind auch Aussagen über den Entstehungsprozess und den ausführenden Künstler möglich.

canach-research.de arbeitet mit einer OSIRIS A1 Infrarot-Kamera neuester Generation, mit der innerhalb von wenigen Minuten hochauflösende Infrarot-Reflektografien (IRR) erstellt werden können. Die Untersuchung erfolgt absolut zerstörungs- und berührungsfrei.


Übersicht von speziellen Detailuntersuchungen, die von uns an Cranachs Tafel des so genannten „Goldenen Zeitalters“ im norwegischen Nationalmuseum in Oslo vorgenommen wurden.

Die Untersuchungen erfordern keinen großen Zeit- und Platzbedarf und können sowohl in Ausstellungsräumen als auch in Werkstätten u.ä. durchgeführt werden. Die ersten Ergebnisse können bereits während der Untersuchung live am Monitor betrachtet werden. Die Visualisierung der Untersuchungsergebnisse und die Aufbereitung der Daten in ein gängiges digitales Bildformat erfolgt binnen weniger Tage. Unsere Technik liefert hochauflösende Daten von bis zu 16 Megapixel pro Aufnahme.

Die zu untersuchenden Gemälde müssen nicht berührt, bewegt oder ausgerahmt werden und können üblicherweise an ihrem Ausstellungsort verbleiben. Auch Aufnahmen von verglasten Werken sind möglich. Die für die Untersuchung benötigte spezielle Beleuchtung ist so dimensioniert, dass es zu keiner Wärmeentwicklung am Bild selbst kommt, die zu Schäden führen könnte.

In den nachfolgenden Detailvergleichen ist der Wert von Infrarot-Untersuchungen ersichtlich. Die Ergebnisse beinhalten nicht nur die Sichtbarmachung der Unterzeichnung des eigentlichen Gemäldes, sondern geben auch Hinweise auf versteckte Retuschen und das Reflektionsverhalten verschiedener Malmittel.

Vergleich des Kopfes einer Madonna mittels IRR mit OSIRIS A1 (Mitte) und einem älteren System (rechts).

Während auf der älteren Aufnahme nur Spuren einer Unterzeichnung zu erahnen sind, ist die OSIRIS-IRR von hoher Detailschärfe. Alle Gesichtszüge, die Form des Ohrs sowie der grundsätzliche Verlauf der Locken und die Licht- und Schattengestaltung der Kinn- und Halspartie wurden vorgezeichnet. Außerdem zeigen einige dunkle Flecke nachträglich erfolgte Retuschen der untersuchten Partien auf.

Bei der Untersuchung einer Cranach-Madonna mit Jesus- und Johannesknaben waren interessante Abweichungen (Pentimenti) zwischen Unterzeichnung und ausgeführtem Gemälde zu erkennen. So sind beispielsweise die in der Vorzeichnung gröber angelegten Finger der Madonna im ausgeführten Gemälde wesentlich feingliedriger gestaltet. Deutlich ist auch zu erkennen, wie der Faltenwurf am Ärmel der Madonna konstruiert und vorgezeichnet wurde.

Ein Detailvergleich zeigt ein besonders reizvolles und überraschendes Ergebnis bei der Untersuchung eines Quentin Massys zugeschriebenen Gemäldes. Bei der Untersuchung der Tafel trat eine vollkommen abweichende Unterzeichnung eines anderen Motivs auf der Tafel zutage. Unter der Kreuzigungsszene verbirgt sich eine formatfüllende, mehrfigurige, mit architektonisch-perspektivischen Elementen angelegte Szene, die besonders in den hellen Bereichen deutlich zu erkennen ist.

Besonders eindrucksvoll ist die Abweichung zwischen Unterzeichnnung und Malerei beim Kopf der Maria auf der Kreuzigungstafel von Albrecht Altdorfer im Museum Schloss Wilhelmshöhe, Kassel.

Infrarotreflektografie der vor 2012 lange verschollen geglaubten Breslauer Madonna, angefertigt von Dr. Michael Hofbauer 2012 in Breslau.

cranach-research.de führt Untersuchungen im Auftrag von Museen, Auktionshäusern, Kunstsachverständigen und Privatsammlern durch. Da die zu untersuchenden Objekte während der Untersuchung nicht bewegt oder berührt zu werden brauchen, ist die IRR eine kostensparende und effiziente Untersuchungsmethode, die in der neuen Forschung von zunehmender Bedeutung wird.

Das Cranach Research Institute hat u.a. bereits an folgenden Orten IRR-Untersuchungen durchgeführt:

  • Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum (2009): Untersuchung von Cranach-Gemälde
  • Oslo, Nationalmuseum (2009): Untersuchung von Cranach-Gemälden
  • Karlsruhe, Badische Kunsthalle (2009): Untersuchung der dortigen Cranach-Gemälde
  • Kassel, Schloss Wilhelmshöhe (2009): Untersuchung von Werken Cranachs, Altdorfers und Dürers
  • Heidelberg, Kurpfälzisches Museum (2009 und 2011): Untersuchung von Cranach-Gemälden sowie von Werken Peter Gertners und des Meisters von Frankfurt
  • Hamburg, Kunsthalle (Februar 2010): Untersuchung von Cranach-Gemälden sowie von Werken Philipp Otto Runges
  • Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum (2010): Untersuchung der dort befindlichen Cranach-Werke
  • Leipzig, Museum der bildenden Künste (Mai 2011): Untersuchung aller dort befindlicher Cranach-Werke
  • Winterthur, Slg. Oskar Reinhart (2011): Untersuchung der dort befindlichen Cranach-Werke
  • Stuttgart, Staatsgalerie (August 2011): Untersuchung von Cranach-Gemälden
  • Hochhausen am Neckar, Notburgakirche (September 2011): Untersuchung des süddeutschen Hochaltars aus dem frühen 16. Jahrhundert
  • Freiburg im Breisgau, Augustinermuseum (Dezember 2011): Untersuchung der dort befindlichen Cranach-Tafel
  • Bretten, Melanchthonhaus (Februar 2012): Untersuchung von Cranach-Gemälden
  • Maastricht, Bonnefantenmuseum (März 2012): Untersuchung von vier Cranach-Gemälden
  • Schwerin, Staatliches Museum (2012): Untersuchung von zahlreichen Gemälden, darunter Werke von Lucas Cranach, Hans Kemmer und Bernhard Strigel
  • Breslau, Muzeum Archidiecezjalne (November 2012): Untersuchung der nach Jahrzehnten zurückgekehrten Breslauer Madonna
  • Heilbronn, Kilianskirche (2014): Untersuchung des älteren Gemäldebestandes
  • Erfurt, Angermuseum (2017): Untersuchung renaissancezeitlicher Tafelgemälde

Eine vollständige Liste der verfügbaren Infrarot-Aufnahmen ist in unserem Forschungswiki cranach.net verfügbar.